Ramadan: Das Trainingslager fürs „Muslimsein“ -2-
Das Trainingslager hat begonnen meine lieben Geschwister und wir sind mittendrin statt nur dabei. Elhamdulillah, dass wir diesen gesegneten Monat erreicht haben.
Am Ende des ersten Teiles sprachen wir über eine Sache, die wir in diesem Trainingslager Ramadan bekommen bzw. steigern sollten, nähmlich die „TAKWA“.
Und wir erwähnten folgende Ayet des koranischen Palastes:
“ O IHR, die IHR fest überzeugt (die Wahrheit mit Wissen und Sicherheit) bestätigt habt ! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es schon denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr dadurch „TAKWA“ bekommen .“(2:183)
Hier ist das Schlüsselwort „TAKWA“. Dies ist ein sehr wichtiger Begriff in der islamischen Terminolgie.
Schauen wir uns diesen wichtigen Begriff näher an und versuchen ihn zu verstehen.
Neben „TAKWA“ wird von im Kuran z.b. auch von „MUTTAKIN“ geredet. Die „MUTTAKIN“ sind die jenigen, die „TAKWA“ besitzen. Doch was ist sie?
Der Begriff kommt von der Wortwurzel „vikaye“. „Vikaye“ hat Bedeutungen wie „…schützen, behüten, absichern, abschirmen…“.
„TAKWA“ wurde im Arabischen auch schon vor der koranischen Terminoligie benutzt, um auszusagen, dass „ein Lebewesen sich vor lauernden Gefahren, die von außen kommen schützt, absichert usw.“.*
Der Kuran hat dieses Wort übernommen, es stärker gefüllt und benutzt es an vielen Stellen, in verschiedenen Zusammenhängen mit verschiedenen Betonungen, wobei er es im jeweiligen Zusammenhang einen bestimmten Akzent setzen lässt. (Siehe z.b. 2:2, 2:183, 7:26, 20:132, 91:8 )
Deshalb wissen wir, dass es ein Begriff ist den man nicht exakt übersetzen kann, da er eine große Füllung hat.
Schauen wir uns deutsche sowie türkische Übersetzungen des Kuran´s an sehen wir, dass viele Dinge gesagt werden, die eigentlich im Kern entweder direkt oder undirekt ungefähr das selbe beinhalten.
Hier habe ich mal einige zusammengelegt.
1. „..sich vor dem Schlechten schützen..“
2. „..sich enthalten (von den Verboten Allah´s)..“
3. „..vermeiden sich gegen Allah aufzuwenden..“
4. „..durchs achten auf Allah sich vom Verbotenen schützen..“
5. „..sich der Verantwortung gegenüber Allah bewusst sein..“
6. „..Gottesbewusstsein..“
7. „..Gottesfurcht..“
8. „..Frömmigkeit..“
9. „..Rechtschaffenheit..“
Wir könnten nun darüber sprechen welche Übertragung am Schlüssigsten ist. Auch könnten wir darüber reden in welchem Zusammenhang welche Übertragung am Zutreffensten zu sein scheint, doch würde dies unser eigentliches Thema in eine andere Richtung schwingen.
Bevor wir nochmal auf die genau Bedeutung von „TAKWA“, inder uns im Moment interessierenden Ayet(2:183) eingehen, nehmen wir uns diese Ayet nochmal von Anfang an vor.
a) „…O IHR, die IHR fest überzeugt (die Wahrheit mit Wissen und Sicherheit) bestätigt habt !…“
Hier spricht uns Allah subhane ve taala direkt eins zu eins an. Also diejenigen, die (behaupten) Iman (zu) haben.
b) „…Das Fasten(siyam) ist euch vorgeschrieben, so wie es schon denen vorgeschrieben war, die vor euch waren…“
Hier wird „Siyam“ mit „Fasten“ übersetzt. Das arabische Wort „Savm“ bedeutet linguistisch gesehen „…(etwas) aufhalten, zurückhalten…“ also, dass ein bestimmter Drang oder Trieb zurückgehalten wird und dem nicht gefolgt wird.
Im Kuran(19:26) wird z.b. berichtet, dass Maria(Meryem) friede auf ihr sagte: „…inni nezertu lirrahmani SAVMEN…“.
Das heißt: „Siehe, ich habe dem Allerbarmer „zu fasten“(SAVMEN) gelobt..“
Oh Mutter Jesus hast du nichts gegessen und getrunken, fragen wir sie, doch sie sagte weiter: „…so werde ich heute zu keinem Menschen sprechen…“.
Also will sie hier eigentlich den Trieb oder besser gesagt das Mittel zum Sprechen unter Kontrolle und es unter Aufsicht nehmen, also es zurückhalten und fesseln.
Deshalb müsste die Übersetzung hier sein, wie es auch einige ähnlich gemacht haben:
„..Siehe, ich habe dem Allerbarmer gelobt, mich des Sprechens zu enthalten, so werde ich heute zu keinem Menschen sprechen..“(19:26)
Wenn wir uns unsere Ayet(2:183) anschauen, die im Gegensatz zur Sure Meryam(19) in Medina offenbart wurden, wissen zunächst einmal, dass wir hier als aller erstes unseren Trieb zu essen und zu trinken unter Kontrolle nehmen sollen.
Dies kann jedoch nicht das einzige sein, was wir zurückhalten müssen.
Stellen wir uns zum Beispiel die Frage „was das Fasten bricht“ erkennen wir, dass neben dem Einehmen von Essen und Trinken z.b. auch der Beischlaf das Fasten bricht.
Warum sollte es das Fasten brechen, wenn es beim Fasten nur darum geht nicht seinen Magen zu füllen?
NEIN!!!
„Fasten“ bedeutet von der Gefangenheit seiner Triebe zum „Herrsein“ seiner Triebe auszuwandern.
„Fasten“ bedeutet seine Triebe zu kontrollieren und nicht von ihenen kontrolliert zu werden.
„Fasten“ bedeutet sich von den Ketten seiner Gelüste zu befreien und endlich seine Gelüste in Ketten zu legen.
Doch wer lehrt und gibt uns dieses Verständnis? Wer sagt uns, dass wir das Fasten so betrachten und verstehen sollen?
Der, der den Islam, den Kuran am Besten verstanden hat und bis zum jüngsten Gericht das ideale Vorbild aller Muslime sein wird.
Nähmlich unser geliebter Propheten friede auf ihm, den wir mehr lieben müssen als uns selbst, hat uns vieles gesagt, was eigentlich ein Tefsir dieser Ayet ist und eine Erklärung für das richtge Verständnis des Fastens(Ramadan´s) ist.
Schaut euch mal an wie „tiefsinnig“ unser Prophet das Fasten gesehen hat und wie „abgrundtief“ heute eigentlich viele Muslime und sogar Menschen die in hohen Stellungen sind, das Fasten sehen.
Er sagte: „Es kann vorkommen, dass ein Fastender nichts von seinem Fasten hat AUßER HUNGER…“(Überliefert bei Ibn Maca, Imam en-Nesai und im Mustedrek von Hakim rahimullah ecmain)
Allein dieser Ausspruch zeigt, dass es eine ganz andere Dimension war, SEIN Verständnis..
Der Gefährte Ebu Hureira radiallahu anh berichtet folgendes vom Propheten:
„Wenn einer von euch einen Fastentag einlegt, so soll er weder sinnliche Begierde noch Trubel treiben. Und wenn jemand ihn beschimpft oder gegen ihn vorgeht, so soll er erwidern: ‘Ich faste!’.“(Überliefert bei Buhari und Muslim)
Ist dieser Ausspruch nicht eigentlich genau das alles Zusammengefasst, was ich versucht habe über das Wort und die Bedeutung von „Savm/Siyam“ zu erklären. Er soll erwidern: “ Ich faste..“. Also ich halte mich zurück und werde meine Kontrolle nicht verlieren wie du.
Und genau deshalb doch empfahl er auch den Jungen Männern, dass sie fasten sollen, falls sie nicht heiraten können…Allahu alim…
Und der Schluss unserer Ayet…
c) „…Vielleicht werdet ihr dadurch „TAKWA“ bekommen…“(2:183)
Nun werden wir auch besser verstehen können, was „TAKWA“ in dieser Ayet bedeutet.
Also soll uns dieses Fasten mit Körper, Herz, Verstand und Seele zur [b]„TAKWA“ führen, denn das Fasten und Takwa haben in dem Fall eine sehr starke Beziehung.[/b]
Von der Ayet entnehme ich, dass die Frucht des Fastens „TAKWA“ ist.
Also das Bewusstsein Vorkehrungen(Schutzmaßnahmen) zu treffen, sich selbst von jeglichen Schlechtigkeiten zu schützen.
Ich sehe „TAKWA“ auch als eine Art Alarmanlage für den „Mu´min“, die ein Zittergefühl im Menschen erweckt, was zum Zurückhalten und im Zaum halten der Zunge, der Hand, des Herzens usw. von allem Üblen führt.
Ich glaube, dass mir hier auch die Gefährten Umar radiallahu anh und Ubey Ibn Ka´b radiallahu anh zustimmen würden.
Einmal fragte Ubey Ibn Ka´b den Emir el-Muminin Umar , was „TAKWA“ sei.
Ubey Ibn Ka´b antwortete: „O Beherrscher der Mu`mins, wie siehst du dich vor, wenn du einen Pfad entlanggehst, an dem auf beiden Seiten Dornenbüsche stehen?“
„Ich raffe mein Gewand zusammen und schreite vorsichtig den Pfad entlang,“ antwortete Umar, „damit nicht ein Teil meines Gewandes in den Dornen hängen bleibt.“ Darauf sagte Ubey Ibn Ka’b: „Das ist genau, was ´TAKWA´ bedeutet.“
Und diese „TAKWA“ muss zu einer automatischen Abrechnung führen, die jeder mit sich selber machen muss. Dabei sollten folgende Fragen auftauchen.
1. Was habe ich gemacht?
2. Was mache ich?
3. Was werde ich machen?
Fragen müssen wir uns dann, was wir mit unseren Händen gemacht haben.
Habe ich mit meiner Hand jemanden kaputt geschlagen, die Wontka Flasche gehalten, geklaut oder stundenlang im Kaufhaus Sachen angeguckt?
Oder habe ich mit ihnen ein Kind gestreichelt, jemanden etwas angeboten und jemanden mit ihr geholfen?
Fragen müssen wir uns dann, was wir mit unserer Zunge gemacht haben.
Habe ich mit meiner Zunge nur andere beileidigt, schlechte Wörter wie „SCH..se“ benutzt und andere fertig gemacht?
Oder habe ich mit ihr nett mit anderen geredet, über den Islam berichtet und einem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt?
Fragen müssen wir uns dann, was wir mit unseren Füßen gemacht haben.
Haben sie uns in schlechten Orten geführt und uns immer wieder stundenlang durch Einkaufszentren geschleppt?
Oder haben sie uns zu Moschen, islamischen Sitzungen usw. geführt?
Was habe ich mit meinem Verstand und mit meinem Herz gemacht?
Diese Liste kann man weiterführen, doch dies kann jeder für sich selber am Besten tun…
Möge Allah subhane ve taala uns helfen dieses Trainingslager zu nutzen, Takwa zu bekommen und diese Eigentschaft bei uns falls vorhanden zu verbessern und uns dann nach dieser Saison(also unser diesseitiges Leben) den wahren Pokal(das Buch zur rechten Hand) überreichen und uns dann im Paradies auf ewig feiern lassen….amin
ALLAHS_Diener114
…ve selam aleykum ve rahmetullahi ve bereketuh…




